reMarkable 2: Für wen lohnt sich das Papier-Tablet wirklich?
Das reMarkable 2 verspricht digitales Schreiben mit dem Gefühl von echtem Papier — und null Ablenkung. Was stimmt, was übertrieben ist, und für wen es sich lohnt.
Das reMarkable 2 ist ein polarisierendes Gerät. Die einen schwören darauf und können sich nicht vorstellen, wie sie je ohne es gearbeitet haben. Die anderen kaufen es, benutzen es ein paar Wochen, und es verstaubt im Regal.
Der Unterschied liegt nicht in der Qualität des Geräts — die ist gut. Er liegt darin, ob das reMarkable zu deiner Arbeitsweise passt.
Was das reMarkable 2 ist — und was nicht
Das reMarkable 2 ist ein E-Ink-Tablet, das ausschließlich zum Schreiben und Lesen gedacht ist. Es hat kein WLAN für Social Media, keine Apps, keinen Browser, keine Benachrichtigungen. Die einzige Verbindung nach außen dient zur Synchronisation von Notizen mit dem eigenen Cloud-Konto.
Das klingt nach einer Einschränkung. Es ist eine Designentscheidung.
Das Schreibgefühl auf dem reMarkable 2 ist das Beste, das ein digitales Gerät bisher geboten hat. Die Oberfläche hat eine leichte Rauheit, die dem Papier-Widerstand sehr nahe kommt. Der Stift hat keine spürbare Latenz. Wer auf einem iPad mit Apple Pencil geschrieben hat und das reMarkable ausprobiert, merkt sofort den Unterschied — es fühlt sich echter an.
Für wen es sich lohnt
Für alle, die viel handschriftlich notieren. Meetings, Brainstorming, Skizzen, Tagesplanung — wer das bisher auf Papier gemacht hat und frustriert war, weil Notizen verloren gehen, nicht durchsuchbar sind, oder im Homeoffice einen Stapel Blöcke auf dem Schreibtisch ansammeln, bekommt mit dem reMarkable eine digitale Alternative, die sich nicht wie ein Kompromiss anfühlt.
Für alle, die beim Lesen aktiv markieren und annotieren. PDFs, Verträge, Artikel, Fachpapiere — auf dem reMarkable kann man sie importieren und direkt darauf schreiben, wie auf Papier. Wer das bisher mit ausgedruckten Dokumenten gemacht hat, spart Papier und hat alles an einem Ort.
Für alle, die zu viele offene Tabs im Kopf haben. Das reMarkable zwingt zu einem Gerät, einem Kontext. Kein Browser der ablenkt, kein Slack der aufploppt. Wenn du das Gerät aufschlägst, schreibst du. Das ist der entscheidende Vorteil für Menschen, die mit Ablenkungen kämpfen.
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Für wen es sich nicht lohnt
Für alle, die hauptsächlich tippen. Das reMarkable ersetzt keine Tastatur. Wer Texte schreibt, E-Mails beantwortet oder Code schreibt, braucht es nicht. Es ist ein Werkzeug für Handschrift, nicht für Tipparbeit.
Für alle, die ein Allround-Tablet suchen. Wer Filme schauen, Musik hören, Apps nutzen, oder browsen will — falsches Gerät. Das reMarkable macht absichtlich nur eine Sache. Wer das als Manko sieht, wird frustriert sein.
Für alle, die ihre Notizen selten wiederfinden. Das reMarkable synchronisiert alles in die Cloud und macht Notizen durchsuchbar (auch Handschrift). Aber wenn man nie in alten Notizen sucht, braucht man dafür kein Gerät für mehrere hundert Euro.
Das Abo — ein fairer Kritikpunkt
Das reMarkable hat ein optionales Abo-Modell für erweiterte Cloud-Funktionen. Ohne Abo funktioniert das Gerät, aber Synchronisation auf mehrere Geräte und bestimmte Integrationen sind eingeschränkt. Das ist ein berechtigter Kritikpunkt, den man kennen sollte.
Für die meisten Nutzer reicht die Basisnutzung ohne Abo vollständig aus. Wer das Gerät intensiv nutzt und Synchronisation auf mehreren Geräten braucht, wird das Abo wahrscheinlich als sinnvoll empfinden.
Fazit
Das reMarkable 2 ist kein Gadget, das man kauft, weil es cool aussieht. Es ist ein Werkzeug, das für eine sehr spezifische Nutzung gebaut wurde — und diese Nutzung sehr gut erfüllt.
Wenn du erkennst, dass deine Arbeitsweise zu dem passt was das reMarkable kann, ist es eines der sinnvollsten Investitionen für das Homeoffice. Wenn du dir unsicher bist, warte — ein Gerät das man erzwingen muss, benutzt man nicht.
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